Üben mit KI, urteilen durch Menschen

Innovation · 25. September 2026 🕑 3 Min. Lesezeit

Üben mit KI, urteilen durch Menschen

Ein starkes Training setzt Verhalten in Gang. Danach beginnt der schwierige Teil: das neue Verhalten zu halten, wenn der Alltag zurückkehrt. Genau dort kann KI viel bewirken. Und genau dort lohnt es sich, klar zu sein, welche Rolle KI bekommt.

Warum Üben nach dem Training den Unterschied macht

Fähigkeiten, die Sie nicht nutzen, verblassen. Eine Metaanalyse von 53 Studien zum Verlust trainierter Fähigkeiten zeigt, dass direkt nach einem Training kaum etwas verloren geht. Nach einem Jahr ohne Übung ist der Verlust erheblich. Kognitive Aufgaben erwiesen sich dabei als anfälliger als körperliche (Arthur et al., 1998). Eine Gesprächsstruktur anzuwenden oder in einer Verhandlung standhaft zu bleiben, gehört eher zur ersten Kategorie.

Kommerzielle Teams kennen das. Das Training war gut, die Technik saß, und ein paar Monate später führt jeder das Gespräch wieder wie früher. Wer möchte, dass neues Verhalten bleibt, muss es weiter üben.

Was KI hier gut kann

Üben braucht Zeit, einen Übungspartner und einen geschützten Rahmen. Das macht es knapp. Ein KI-Avatar beseitigt diese Hürden. Sie führen ein Kunden- oder Verhandlungsgespräch, wann es Ihnen passt, so oft Sie möchten, ohne dass ein echter Deal auf dem Spiel steht. Direkt nach dem Gespräch erhalten Sie Feedback.

Dieses Feedback muss allerdings gut sein. Eine klassische Metaanalyse von mehr als 600 Effekten zeigt, dass Feedback die Leistung im Durchschnitt verbessert, dass aber mehr als ein Drittel der Feedback-Interventionen die Leistung sogar verschlechterte. Der Unterschied liegt darin, worauf das Feedback die Aufmerksamkeit lenkt. Feedback zur Aufgabe hilft. Feedback, das die Aufmerksamkeit auf die Person selbst lenkt, wirkt kontraproduktiv (Kluger & DeNisi, 1996).

Deshalb konzentriert sich das Feedback des Avatars auf das Gespräch selbst: Ihre Struktur, Ihre Fragen, Ihre Eröffnungsposition und das, was Sie beim nächsten Mal schärfen können.

Wo das Urteil bei Menschen liegt

Es gibt auch eine Grenze, und die ziehen wir bewusst. Der Avatar ist zum Lernen gemacht. Das Urteil über eine Person liegt bei Menschen: ob jemand für eine Funktion geeignet ist, bereit für eine Beförderung oder anderswo besser aufgehoben.

Dafür gibt es zwei Gründe. Der erste ist inhaltlich. Wer auswählt oder beurteilt, möchte Verhalten sehen, das nicht vorab geschrieben wurde, gewichtet von jemandem, der den Kontext kennt. Unsere Schwesterorganisation AVOP, spezialisiert auf Assessments, hat darüber geschrieben: what predicts success in a role, now that candidates use AI? (Englisch)

Der zweite Grund ist rechtlich. Der EU AI Act stuft KI-Systeme, die die Leistung und das Verhalten von Beschäftigten bewerten, als hochriskant ein. Für diese Systeme gelten ab dem 2. Dezember 2027 strenge Anforderungen (Europäische Kommission, 2026).

Wie wir den Avatar einsetzen

Jedes Zenith-Programm folgt derselben Linie: Diagnose, Live-Training, Verankerung. Der Diagnose-Avatar ist eine Nullmessung. Er zeigt, wo das Wachstum liegt, damit unsere Berater das Live-Training genau darauf ausrichten. Die Team-Dashboards nutzen wir, um Training und Coaching zu steuern. Für die Beurteilung einzelner Mitarbeitender sind sie ausdrücklich nicht gedacht.

Human expertise, AI amplified. Unsere Berater setzen Verhalten in Gang, der Avatar hält es lebendig. Das Training ist vorbei, die Entwicklung geht weiter.

Neugierig, wie das aussieht? Mehr zum Zenith KI-Avatar finden Sie auf unserer englischsprachigen Seite, oder nehmen Sie Kontakt auf für eine Demo.

Quellen

  • Arthur, W., Jr., Bennett, W., Jr., Stanush, P. L., & McNelly, T. L. (1998). Factors that influence skill decay and retention: A quantitative review and analysis. Human Performance, 11(1), 57-101. doi.org/10.1207/s15327043hup1101_3
  • Kluger, A. N., & DeNisi, A. (1996). The effects of feedback interventions on performance: A historical review, a meta-analysis, and a preliminary feedback intervention theory. Psychological Bulletin, 119(2), 254-284. doi.org/10.1037/0033-2909.119.2.254
  • Europäische Kommission (2026). AI Act: regulatory framework on AI. digital-strategy.ec.europa.eu
  • Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Anhang III, Nummer 4. eur-lex.europa.eu
Floris van der Linden

Floris van der Linden

Managing Director von Zenith und treibende Kraft hinter dem Zenith KI-Avatar.

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